Bedrohlich dunkle Wolken über dem Segelflugzentrum Waggum aufgrund der Verhinderung des gesamten Segelflugbetriebs in der vergangenen Woche.
Seit Dienstag letzter Woche war der Segelflugbetrieb am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg an Werktagen nicht mehr möglich. Davon waren die Piloten aller Braunschweiger Segelflugvereine betroffen, die sich Urlaub genommen hatten und zu großen Überlandflügen im Rahmen der anhaltend sehr guten Wetterlagen starten wollten. Somit sind keine gleichwertigen und gerechten Bedingungen im Vergleich zu den anderen Segelflugvereinen mehr gegeben, um unsere bisherigen guten Ergebnisse im Rahmen der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug 2010 zu festigen oder zu verbessern.
Mit rund 100.000 jährlichen Überlandflugkilometern gehört Braunschweig zu den aktivsten und erfolgreichsten Segelflugzentren der Bundesrepublik Deutschland. Zudem war der Segelflugbetrieb am Montag nur nach zahlreichen zeitintensiven Telefonaten mit dem Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Herrn Boris Gelfert, und dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Herrn Reinhard Manlik, möglich. Am Montagabend ereignete sich zudem ein erneuter Zentralkonflikt zwischen dem diensthabenden Lotsen und Frank Stahlkopf von der Fluggruppe DLR. Frank musste zum Turm, um dort seine Personalien abzugeben.
So geriet die 9. Runde der Segelflug-Bundesliga aufgrund dieser besorgniserregenden Abläufe, die am Ende dieser wöchentlichen Kolumne noch ausführlich erörtert werden, in den Hintergrund und lediglich Kornelius konnte für uns mit seinem erneuten Start in Lüsse einen Ehrenpunkt sichern.
Am Samstagvormittag informierten Rudolf und Luigi über die Ereignisse der zurückliegenden Woche in EDVE sowie die neue Straßenführung, die nach der Sperrung der Grasseler Straße im Herbst 2010 aufgrund der Startbahnverlängerung geplant ist.

Diese Gesichter sprechen mehr als tausend Worte. Von rechts: Claas-Hinrik Rohardt (Fluggruppe DLR), Philip Kelleners (LSV) und Klaus Bedürftig (Aero-Club) bei der Lagebesprechung am Samstagvormittag
Doch nun noch einige Zeilen zum sportlichen Geschehen der 9. Runde. Da am Samstag in Waggum nicht mehr geflogen wurde, fokussierten sich unsere Hoffnungen auf den Sonntag, der sich auch wieder höchst kompliziert entwickeln sollte. Für unsere Gruppe nahmen Ulli, Rolf und Philipp mit Co-Pilotin Birte das Rennen unter teilweise schwierigen Segelflugbedingungen auf.
An diesem Sonntag weinte in unserer Region sogar der Himmel und daher ist es nicht verwunderlich, dass wir keine Wertung von Braunschweig aus zusammenbekommen sollten. Rolf landete nach 92 Kilometern nordöstlich von Wolfsburg auf dem Privatflugplatz des Wolfsburger Motorfliegers Hans Bertram und Philipp ackerte südlich des Elms zwischen Schöppenstedt und Schöningen.

Nach der Außenlandung von Philipp und Birte gab es nebenan Bier, Brötchen und Bratwurst auf einem Dorffest
Die drohende erste Nullrunde konnte somit lediglich durch Kornelius (86,03 km/h) verhindert werden. In der Gesamtwertung liegen wir nun mit 69 Punkten auf einem guten 10. Rang.
Seit gut zwei Wochen gilt in EDVE eine von Austro-Control verfügte Regelung SPO (Single Personal Operation), die den Towerdienst bei aktiver Kontrollzone regelt, wenn nur ein Lotse Dienst hat. Dann gelten Restriktionen, die dem Lotsen erlauben, den VFR-Verkehr zu verbieten. Die Lotsensituation in EDVE ist hochkompliziert, weil 2 Lotsen weg sind, einer befindet sich in der Klinik und ein weiterer ist oft krank. Deshalb ist jetzt oft nur ein Lotse im Dienst. Mit sehr großen Einschnitten und unter zunehmender Belastung der Anwohner wird die Verlängerung der Startbahn durchgesetzt und die Flughafen-Kontrollstelle ist jedoch offensichtlich schon jetzt mit dem bestehenden Verkehrsaufkommen völlig überlastet.
Ein großer Dank der Braunschweiger Segelflieger geht an dieser Stelle an die Kollegen aus Wilsche, die uns in der letzten Woche prima und schnell in die Luft gebracht haben und somit Gastfreundschaft und Sportsgeist eindrucksvoll bewiesen haben.

Markus machte am Sonntag erneut spontan die Lücke für einen kurzfristig beruflich verhinderten Fluglehrer zu und absolvierte somit seinen 6. Dienst für unsere Gruppe!!!
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