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Leserbrief
Dies ist ein Leserbrief, den Jens Mühlmann bei der Braunschweiger Zeitung zur schwierigen Situation des Segelflugs eingereicht hat.

Segelflug am Flughafen nicht mehr möglich

Seit Anfang vergangener Woche ist der Segelflug-Betrieb am Flughafen Braunschweig-Wolfburg an Werktagen nicht mehr möglich. Davon betroffen sind die Piloten der Braunschweiger Segelflugvereine, die zu Überlandflügen in der Hauptsaison der dezentralen Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug starten wollten. Das anhaltend sehr gute Segelflugwetter der letzten Woche konnten ärgerlicherweise nicht für Trainings- und Wettbewerbsflüge genutzt werden.

Verantwortlich dafür ist die Flughafen-Kontrollstelle (Tower) unter der fachlicher Aufsicht von Austrocontrol, die ohne vorherige Ankündigung und mit der von außen nicht nachvollziehbaren innerbetrieblichen Begründung – „Überlastung“ - die Starterlaubnis für Segelflugzeuge verweigert. Die Flughafengesellschaft, deren Gesellschafter die Stadt Braunschweig ist (43% Anteil), hält sich zu diesen Vorfällen noch bedeckt. Eine Klärung der Umstände konnte auch nach einer Woche der Missstände noch nicht erreicht werden.

Am Flughafen sind ca. 200 Piloten in vier Segelflugvereinen mit knapp 50 vereinseigenen und privaten Segelflugzeugen beheimatet. Ca. 20% aller Flugbewegungen am Flughafen werden umweltschonend durch den Segelflug erzeugt. Mit rund 100.000 jährlichen Streckenflugkilometern gehört Braunschweig bundesweit zu den aktivsten und sportlich erfolgreichsten Segelflugstandorten. Aktuell führt der Aeroclub Braunschweig die Tabellenspitze der dezentralen Deutschen Meisterschaft als Mannschaft in der Standardklasse an und behauptet sich in der 1. Segelflug-Bundesliga auf einem beachtlichen 6. Platz. Die Akaflieg Braunschweig ist für ihre Entwicklungs- und Forschungsarbeit zusammen mit der TU und für ihre Erprobungs-, Mess- und Leistungsflügen auf den Braunschweiger Flughafen angewiesen.

Mit großen Einschnitten im sozialen Frieden und unter zunehmenden Belastung der Anwohner wird die Verlängerung der Startbahn durchgesetzt und durch den Steuerzahler finanziert - die Flughafen-Kontrollstelle ist jedoch offensichtlich schon jetzt mit dem bestehenden Verkehrsaufkommen überlastet.

Einige Braunschweiger Enthusiasten greifen zur Notlösung und nutzen unter erheblichem organisatorischen und zeitlichen Mehraufwand den Flugplatz Wilsche nahe Gifhorn als Ausweichplatz - vielen Dank dorthin für die Gastfreundschaft und den Sportsgeist! Eine Dauerlösung kann das aus Sicht der Braunschweiger Sportverantwortlichen und als Luftfahrtstandort sicherlich nicht sein!

J. Mühlmann, Braunschweig

 

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