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Segelflug-Bundesliga 2010 - 19.Runde
Hayung, Caruso, Philipp und Rolf stemmen sich mit voller Vehemenz vergeblich gegen die erste Nullrunde und werden dabei sprichwörtlich „vom Himmel gewaschen“.

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren“. Diese Aussage des weltberühmten Malers Vincent van Gogh hat auch Bestand für den verzweifelten Versuch unserer oben genannten vier Piloten, in der letzten Runde der 1. Segelflug-Bundesliga trotz der wetterbedingten Imponderabilien in Form von starkem Wind und zusätzlichen Schauern, die letztendlich die Oberhand behalten sollten, doch noch zu punkten. Der Sonntag hingegen bot aufgrund des durchwachsenen Wetters überhaupt keine Chance mehr zu einer Resultatsverbesserung. Sogar die „Motorflugexperten“ von der LSG Fallersleben und in der 2. Liga vom LSV Burgdorf mussten am Boden bleiben. Ein spektakulärer Segel- und Motorflug der ASH 25 bis an die Ostsee mit dem Startort Ummern hatte in der Vorwoche noch für regen Gesprächsbedarf in der Segelflugszene gesorgt.



Tief liegende und schnell ziehende Wolken prägten am Samstagmittag die Wolkenoptik über Braunschweig und der näheren Umgebung

Unser „Wettermann“ Yeti hatte in seiner letzten Kolumne schon auf die schwierigen Segelflugbedingungen hingewiesen uns somit zutreffend in die Zukunft geblickt.

Lediglich die Bückeburger, die am Sonntagmorgen um 10 Uhr nach den bisherigen Flugeingaben von 10 Vereinen sogar auf einen Abstiegsplatz abgerutscht waren, trumpften noch groß auf und holten durch ihre Hangflüge vom Sonntag noch sensationell 17 Punkte und belegten somit Rang 4. Im Rahmen dieser Finalrunde hatten 11 weitere Segelflugvereine keine Chance, zu punkten. Der Sieg dieser 19. Runde ging an die SFG Donauwörth-Monheim aus Bayern mit 298,96 km/h und die Protagonisten und „Hangflugexperten“ aus Königsdorf, ebenfalls Bayern, sicherten sich souverän den Deutschen Meistertitel in diesem Jahr.

Und fast hätte Caruso, der erst um 15.32 mit dem Discus 2 startete, noch kostbare Punkte einfahren können. Nach der Eingabe seines Fluges stellte sich heraus, dass lediglich nur gut 20 Kilometer für eine Bundesligamindestwertung, die ja bekanntlich 104 Kilometer fordert, fehlen sollten. Zuvor waren Rolf, Hayung und Philipp, wie fast immer mit der ASW 28, nach zähem Warten gegen 14 Uhr aufgestiegen und mussten nach gutem Anfangssteigen doch den intensiven Schauern und dem starken Wind bis zu 33 km/h nach einer Stunde Flugzeit mit der unvermeidbaren Landung im Segelflugzentrum Waggum Tribut zollen. Die Schauerstaffeln verhinderten ein Wegkommen vom Platz und somit den geplanten und erhofften Übergang in die Südheide.



Diese gigantische Regenfront überzog gegen 17 Uhr kurz nach der Landung von Joshua mit dem Astir das Segelflugzentrum Waggum. Nur unwesentliche Augenblicke später kam auch Caruso mit dem Discus 2 heim

Am Freitagabend stand zudem auch noch die Option Ith im Raum und wurde daher ernsthaft am Abend im Fliegerhof von Rolf und Philipp erörtert. Doch ein Anruf in Bisperode ergab, dass aufgrund des Starkregens der letzen Tage dort der äußerst regenempfindliche Platz für das nächste Woche stattfindende Flugplatzfest geschont werden muss und daher kein Flugbetrieb stattfinden könnte.

In der Gesamtrechnung spülte uns dieses Wochenende tatsächlich noch 2 marginale Platzierungen nach hinten und so beenden wir die Bundesligasaison 2010 in der ersten Hälfte mit einem ausgezeichneten 14. Rang in der bundesweit 30 Segelflugvereine umfassenden Konkurrenz. Somit sind wir auch bester Aufsteiger der vier niedersächsischen Teams. Ende April starteten wir übrigens mit Platz 15 in die Saison und lagen in allen jeweiligen Gesamtwertungen danach nie schlechter. Leider müssen die „Heidjer“ aus Schneverdingen diese Liga, die bis zum letzten Bewerb hart umkämpft war, verlassen.

Aber drei neue niedersächsische und starke Vereine haben souverän den Aufstieg aus der 2. Segelflug-Bundesliga geschafft: Der Luftsportverein Burgdorf, der LSV Altkreis Isenhagen (die Aktanten aus dem „Paradies“) und die Flugsportvereinigung Celle werden sich 2011 sportlich mit uns messen und sicher mit für Furore sorgen. Somit umfasst das niedersächsische Kontingent für die neue Saison erfreulicherweise 6 Erstligavereine.

Wir haben uns in dieser Saison, die zudem durch viele unvorhergesehene interne und auch externe Turbulenzen geprägt war, mit einer gut aufgestellten Mannschaft, die alle anfallenden Lasten auf viele Schultern verteilen konnte, präsentieren können. Unvergessen und in ewiger Erinnerung bleiben natürlich auch die dreieinhalb Wochen im Juli im Rahmen der „lotsenfreien“ Zone auf dem Verkehrsflughafen Braunschweig-Wolfsburg.

Außerdem konnten unsere erfolgreichen „Außenstellen“, in der Regel bei Wettbewerben, regelmäßig sehr wichtige Punkte einfahren. Die Motivation und gegenseitige Unterstützung ist in jeder Runde gegeben gewesen und die Eingabe der Flüge in Waggum war jeweils von einer besonderen Gruppendynamik und positiven Grundstimmung geprägt.

 



Rolf Wagner, Autor dieser neunzehnteiligen Bundesliga-Kolumne 2010, verabschiedet sich nach einer spannenden und erfolgreichen Saison von seinen treuen Lesern

Ein besonderer Dank ist an dieser Stelle unserem „Wettermann“ Yeti für die zuverlässigen, humorvollen, motivierenden und immer fristgerechten Wetterprognosen für die jeweils anstehende Runde auszusprechen. Ein ganz besonderes Vergnügen war die kooperative und zu jeder Zeit vertrauensvolle sowie enge Zusammenarbeit mit unseren beiden Webmastern, Florian und Philipp, die meine wöchentlichen Berichte und Fotos aktuell und zeitnah am Montagvormittag ins Netz stellten und zudem auch noch Korrektur lasen.

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Ausklang dieser Flugsaison 2010!

Rolf Wagner

Anmerkung: Ich möchte mich an dieser Stelle ebenfalls herzlich bei Rolf für seine schönen Berichte bedanken, die jede Woche pünktlich bei uns eintrudelten. Ich hoffe, wir können die gute Zusammenarbeit in der nächsten Saison fortsetzen! Philipp Hellwig

 

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